Quantum Dot Monitor: Displays mit Nanopartikel-Backlighting

Quantum DotDerzeit ist der Quantum Dot Monitor ein heißes Thema.

Immer mehr Hersteller kündigen neue Monitore mit Nanopartikel-Backlighting (Quantum Dot) an. Doch ist Quantum Dot ein reines Marketing-Werkzeug oder bietet es echten Mehrwert?

Die im Backlighting eingesetzten Nanopartikel sollen eine Farbverstärkung bewirken und treten damit vor allem in Wettbewerb mit OLED-Panels, die bislang hochwertigen (und teuren) TV-Geräten vorbehalten sind.

Quantum Dot vs. OLED

Um leuchtstärkere, farbverstärkte Monitor-Panels auf den Markt zu bringen, wurde in den letzten Monaten mit zwei Technologien geliebäugelt: Quantum Dot vs. OLED.

OLED Monitor (Organische LED)

OLED ist bereits von Oberklasse-TVs bekannt und bietet extreme Lichtstärke, exzellente Farbwiedergabe, knackige Schwarzdarstellung und hohe Blickwinkelstabilität.

Das hat jedoch seinen Preis: Ein OLED TV kostet in der Regel mehrere tausend Euro.

Der hohe Preis von OLED hat bislang dazu geführt, dass noch kein OLED Monitor erschien. PC-Monitore bewegen sich nämlich selten in einem solchen Preisbereich.

Eine Ankündigung für den ersten OLED Monitor gab es indes bereits einmal von Dell: Mit dem Dell Ultrasharp UP3017Q zeigte Dell auf der CES 2016 einen OLED Monitor.

Als unverbindlich Preisempfehlung wurden ca. 5.000 US$ genannt.

Anfang 2017 dann die Nachricht: Der erste OLED Monitor wird nie erscheinen (Quelle).

Quantum Dot (Nanopartikel Backlighting)

Nachdem das Konzept für den ersten OLED Monitor beerdigt wurde, begannen Hersteller (allen voran Samsung) den Quantum Dot Monitor als Alternative zu platzieren.

Quantum Dot mit Nanopartikel-Backlighting bringt nämlich viele Vorteile, die auch OLED hat, jedoch zu einem deutlich günstigeren Preis.

So bietet ein LCD-Monitor mit Quantum Dot eine ähnlich gute Leuchtstärke und Farbstärke wie ein teures OLED-Panel.

Bei der Schwarzwiedergabe und dem Betrachtungswinkel kann Quantum Dot hingegen nicht ganz mit OLED gleichziehen.

Auch bei der Farbraum-Abdeckung bietet ein Quantum Dot Monitor einiges: Die meisten vorgestellten Displays schaffen deutlich mehr als 100% sRGB und bis teilweise > 95% Rec2020.

Zusammenfassend gilt bei Quantum Dot vs. OLED also, dass Quantum Dot viele Vorteile von OLED abdecken kann, jedoch zu deutlich günstigeren Produktionskosten.

Das dürfte letztlich auch der Grund sein, weshalb nun eben statt OLED viele Quantum Dot Monitore in den Hersteller-Ankündigungen für Monitor-Neuerscheinungen zu finden sind.

Liste Quantum Dot Monitor

Derzeit ist Quantum Dot noch eine ganz neue Technologie. Immer mehr Hersteller kündigen Displays mit Quantum Dot an.

Da sich Quantum Dot vs. OLED durchgesetzt hat, werden also in Kürze weitere PC-Bildschirme mit Nanopartikel-Backlighting (Quantum Dot) erwartet.

Seitenverhältnis
Panel-Typ
Adaptive Sync
Philips E-line 276E6ADSS
Bildschirmdiagonale
27 Zoll
Monitor-Auflösung
Full HD
Bildwiederholfrequenz
60 Hz
Panel-Typ
IPS
Reaktionszeit
5 ms
Adaptive Sync
n/a
Letzte Aktualisierung: 11.12.2017 01:15 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Samsung C24FG70
Bildschirmdiagonale
24 Zoll
Monitor-Auflösung
Full HD
Bildwiederholfrequenz
144 Hz
Panel-Typ
VA
Reaktionszeit
1 ms
Adaptive Sync
FreeSync
Letzte Aktualisierung: 10.12.2017 21:05 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Samsung C27FG70
Bildschirmdiagonale
27 Zoll
Monitor-Auflösung
Full HD
Bildwiederholfrequenz
144 Hz
Panel-Typ
VA
Reaktionszeit
1 ms
Adaptive Sync
FreeSync
Letzte Aktualisierung: 10.12.2017 20:25 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Samsung C27H711
Bildschirmdiagonale
27 Zoll
Monitor-Auflösung
QHD
Bildwiederholfrequenz
60 Hz
Panel-Typ
VA
Reaktionszeit
4 ms
Adaptive Sync
FreeSync
Letzte Aktualisierung: 11.12.2017 02:45 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Samsung C32H711
Bildschirmdiagonale
32 Zoll
Monitor-Auflösung
QHD
Bildwiederholfrequenz
60 Hz
Panel-Typ
VA
Reaktionszeit
4 ms
Adaptive Sync
FreeSync
Letzte Aktualisierung: 11.12.2017 02:45 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Samsung C32HG70
Bildschirmdiagonale
32 Zoll
Monitor-Auflösung
QHD
Bildwiederholfrequenz
144 Hz
Panel-Typ
VA
Reaktionszeit
1 ms
Adaptive Sync
FreeSync
Letzte Aktualisierung: 11.12.2017 00:00 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Samsung C34F791
Bildschirmdiagonale
34 Zoll
Monitor-Auflösung
QHD
Bildwiederholfrequenz
100 Hz
Panel-Typ
VA
Reaktionszeit
4 ms
Adaptive Sync
FreeSync
Letzte Aktualisierung: 10.12.2017 20:30 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Samsung U32H850
Bildschirmdiagonale
31.5 Zoll
Monitor-Auflösung
4K
Bildwiederholfrequenz
60 Hz
Panel-Typ
VA
Reaktionszeit
4 ms
Adaptive Sync
FreeSync
Letzte Aktualisierung: 11.12.2017 00:20 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.

Abgrenzung Panel-Technologien

Was Quantum Dot so interessant macht: Noch höhere Auflösungen bringen einen abnehmenden Grenznutzen. HDR-Content verlangt hingegen nach Helligkeit und großem Farbraum.

Genau hier bietet ein Quantum Dot Monitor Vorteile.

Hohe Auflösungen (8K, 5K, 4K)

Während 4K und QHD (siehe 4K Monitor / QHD Monitor) bei großen Bildschirmdiagonalen Sinn machen (je größer die Bildschirmdiagonale desto geringer die Pixeldichte bei gleicher Auflösung), fallen Vorteile durch eine weitere Erhöhung der Auflösung naturgemäß geringer aus.

Noch höhere Auflösungen (z.B. 5K Monitor) haben konsequenterweise einen abnehmenden Grenznutzen, was die wahrgenommene Bildqualität angeht.

Hier hat der Quantum Dot Monitor eine echte Chance, beim Anwender als großer wahrnehmbarer Fortschritt eingestuft zu werden.

Quantum Dot erhöht natürlich die Pixeldichte nicht. Jedoch dürfte das Mehr an Farbstärke und Leuchtkraft subjektiv positiver auffallen als eine weitere Erhöhung der Auflösung.

Mittelfristig wird Quantum Dots oder 4K kein „oder“ sondern auch mögliches ein „und“ sein. Denn die ersten 4K Monitore mit Quantum Dots sind bereits angekündigt.

Denn Anfang macht jedoch eine niedrigere Auflösung: Die ersten Monitore mit Quantum Dots erscheinen als Full HD Monitor.

Quantum Dot und HDR

Neben Quantum Dot steht eine weitere Bildtechnologie unmittelbar vor der Einführung: Die Rede ist vom HDR Monitor.

Durch die Kombination von Hochkontrast-Conten (HDR Foto, HDR Video, HDR Game) mit einem passenden Ausgabegerät (HDR Monitor) kann eine spürbar bessere Bildqualität erzielt werden.

Ein HDR Monitor benötigt dazu einen hohe max. Helligkeit und einen großen Farbraum (Wide Gamut). Nur dann entfaltet HDR-Content das volle Potenzial.

Die Krux dabei: Die beiden HDR Standards Dolby Vision und HDR10 sind zwar bis zu 10.000 Nits Helligkeit und vollem Rec2020-Farbraum spezifiziert. Jedoch erreicht kein Consumer-Display diese Werte auch in der Praxis.

Hier hat der Quantum Dot Monitor das Potenzial, einen deutlichen Sprung zu realisieren: Die Vorteile vom Nanopartikel-Backlighting (Leuchtstärke, Farbverstärkung) sind genau das, was für HDR-Content benötigt wird.

Kein Wunder ist es da, dass viele angekündigte HDR Monitore auch über Quantum Dot verfügen.

Nvidia G-Sync, AMD FreeSync

G-Sync und FreeSync sind Adaptive-Sync-Verfahren, die bei einem Gaming-Monitor eine wichtige Rolle spielen (siehe auch: V-Sync vs. G-Sync vs. FreeSync vs. Adaptive Sync vs. Fast Sync).

Denn bei Gaming werden Bilder dynamisch und in Abhängigkeit der Rechenkapazität vom Gaming PC (vor allem Grafikkarte) gerendert. Das drückt sich in variable Frames-per-Second (FPS) aus.

Nun stehen variable FPS den traditionell festgelegten Aktualisierungszyklen vom Monitor (z.B. 60 Hz) gegenüber.

Liefert der Gaming PC weniger FPS als der Monitor Aktualisierungszyklen hat (z.B. 60 FPS < 144 Hz), kann es zu unschönen Bildfehlern kommen (sog. Screen-Tearing).

Hier setzen G-Sync (mit Nvidia Grafikkarte) bzw. FreeSync (mit AMD Grafikkarte) an.

G-Sync / FreeSync sind also vor allem ein Thema für den Gaming-Monitor. Und die ersten Quantum Dot Gaming-Monitore mit G-Sync oder FreeSync sind bereits angekündigt.

Mehr dazu auch bei den Listen G-Sync Monitor und FreeSync Monitor.

Ausblick Quantum Dot Monitor

Die ersten Monitore mit Quantum Dot werden allmählich verfügbar.

Wie bei jeder neuen Technologie gilt: Mit der Zeit steigt die Auswahl und weitere Features werden verfügbar.

Richtig interessant wird es beim Quantum Dot Monitor im II./III. Quartal 2017.

Hier sind gleich mehrere Monitore (z.B. ROG Swift PG27UQ Gaming-Monitor mit Quantum Dots, 4K, 144 Hz, HDR und G-Sync, siehe hier) angekündigt.

Wer gerade über eine Monitor-Anschaffung nachdenkt, für den kann es sich also lohnen, noch einige Monate abzuwarten.

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