TV als Monitor: 4K Fernseher als Ersatz für den PC-Monitor

TV als MonitorUnd immer wieder taucht die Frage auf: Taugt der TV als Monitor-Ersatz?

Bei modernen Fernsehern kann durchaus davon ausgegangen werden, dass ein PC-Monitor vernünftig ersetzt werden kann. Dafür müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllt sein.

Verlockend ist sodann der Preis: Während ein 4K Monitor mit 32 Zoll 800,-€ aufwärts kostet, gibt es einen 4K Fernseher mit 40 Zoll schon für den halben Preis.

Anwendungsfälle 4K Fernseher als Monitor

Das Analogzeitalter beim TV ist vorbei

Den TV an den PC anschließen, das geht schon lange.

Vor einigen Jahren war das erzielte Resultat jedoch eher „gruselig“. Flackernde, unscharfe Bilder waren alles andere als ein Augenschmaus.

Der Fernseher hat jedoch unlängst den Weg in Digitalzeitalter gefunden, was das Zusammenspiel mit dem PC viel harmonischer macht. Ein HDMI-Anschluss ist Quasi-Standard und ermöglicht eine nahtlose Verbindung mit der Grafikkarte vom PC.

Gut funktionieren bei TV als Monitor…

Gaming-TV statt Monitor

Gaming klappt gut auf einem TV, der als Monitor angeschlossen wird.

Damit kann der Gaming-PC auch als Ersatz für eine Spielkonsole (wie Playstation oder Xbox) genutzt werden.

Was beim Gaming-TV beachtet werden muss: Pro-Features, die ein Gaming-Monitor bietet (wie G-Sync / FreeSync oder 144 Hz), die kann ein Gaming-TV nicht bieten.

Außerdem hat ein Fernseher meist einen deutlich höheren Input-Lag als PC-Monitore.

Office-TV statt Monitor

Für die Office-Anwendung (Office-Programme, E-Mail-Client) etc. macht der Fernseher mit Einschränkungen eine gute Figur.

Denn auch, wenn das TV-Gerät 4:4:4-Abtastung unterstützt (später mehr dazu), sieht die Schrift meist nicht so knackig aus, wie man das von einem guten Monitor gewohnt wäre.

Ob es als störend empfunden wird, ist auch ein wenig Geschmacksache.

Multimedia-TV statt Monitor

Multimedia-Nutzung (Videos ansehen etc.) klappt mit einem Fernseher sehr gut.

Schließlich sind TV-Geräte für eben diesen Anwendungsfall entwickelt.

Vorteil beim PC als Abspielgerät (im Vergleich zu Smart-TV): Während Smart-TVs viele Abspielformate unterstützen, kann der PC (ggf. mit nachinstalliertem Codec) mit wirklich allem umgehen.

Nicht zu empfehlen ist ein TV als Monitor bei…

Für professionelle Bild- oder Videobearbeitung macht ein TV als Monitor keinen Sinn.

Denn TV-Geräte sind in aller Regel nicht vorkalibriert und haben einen kleineren Farbraum, als ein guter Monitor der z.B. annähernd 100% sRGB (oder mehr) schafft.

Kriterien für einen guten TV als Monitor-Ersatz

Bildschirmdiagonale bis 40 Zoll

Normalerweise wird ein TV im „Couch-Setup“ verwendet. Das heißt, man sitzt mehrere Meter entfernt vom Bildschirm.

Wird hingegen der TV als Monitor-Ersatz verwendet, sitzt der Anwender im „Schreibtisch-Setup“ viel näher am Bildschirm.

Eine zu große Bildschirmdiagonale würde hier bedeuten: Der gesamte Bildschirminhalt lässt sich gar nicht mehr ohne weiteres erfassen. Die Fläche wird schlicht zu groß.

Empfehlenswert ist deshalb ein Fernseher mit ca. 40 Zoll Bildschirmdiagonale (oder weniger).

Keine Farbunterabtastung (Chroma-Subsampling)

Bei PC-Anwendung (RGB-Farbraum) findet keine Farbunterabtastung statt. Das wird auch als 4:4:4 Chroma-Subsampling bezeichnet.

Was ist Farbunterabtastung? Das erklärt folgendes Video:

Nun die Krux: Bei Fernsehgeräten im Analog-Zeitalter war 4:2:2-Chroma-Subsampling üblich. Das bedeutet, die Abtastung in horizontaler Richtung ist nur halb so hoch wie in vertikaler Richtung.

Das 4:2:2-Verfahren hat es vom analogen NTSC-Standard bis ins Digitalzeitalter geschafft. Viele TV-Geräte setzen auf die Farbunterabtastung.

Damit kann es zu einem Problem beim Desktop-Betrieb kommen: Gerade Schriften (in Nutzeroberfläche, Webseiten, Dokumenten etc.) werden beim 4:2:2-Verfahren unscharf dargestellt.

Zu bevorzugen ist deshalb eher ein TV als Monitor, der auf eben diese Farbunterabtastung verzichtet.

Eine sehr gute Erklärung zu Farbunterabtastung gibt es auch im Adobe Blog.

HDMI 2.0 für 4K @ 60 Hz

Soll es ein 4K Fernseher sein, der auch in 4K-Auflösung als Monitor-Ersatz betrieben wird, ist das ideale Setup eine Grafikkarte mit HDMI-Ausgang und ein TV mit HDMI-Eingang.

Damit 60 Hz Bildwiederholfrequenz bei 4K Auflösung genutzt werden kann, ist sodann mindestens HDMI 2.0 erforderlich. Darunter liegende HDMI-Standards unterstützen 4K nicht mit 60 Hz (mangels Bandbreite).

Eine Einschränkung bleibt: HDMI 2.0 unterstützt 4K-Auflösung @ 60 Hz mit gleichzeitiger 4:4:4-Abtastung nur bei einer Farbtiefe von 8 Bit.

Soll eine Farbtiefe von 10 Bit genutzt werden, ist das mit HDMI 2.0 ebenfalls möglich. In Verbindung mit 4K @ 60 Hz sodann jedoch nur in Verbindung mit 4:2:2-Abtastung (siehe hier).

Für die Verwendung von einem TV als Büro-Monitor ist das aber kein Beinbruch.

Hat die Grafikkarte keinen HDMI-Ausgang (aber DisplayPort), kann man sich mit einem DisplayPort-auf-HDMI-Adapter behelfen. Auch DVI auf HDMI geht mittels Adapter.

Empfehlungen 4K TV als Monitor

Die Suche nach einem Fernseher mit 4K @ 60 Hz @ 4:4:4 kann müßig werden.

Denn gerade die Information, ob 4:4:4-Chroma-Subsampling unterstützt wird, ist meistens in den Untiefen vom Handbuch versteckt und vor dem Kauf teilweise gar nicht einsehbar.

Eine Ausnahme sind Samsung 4K / UHD TV-Geräte. Diese bieten augenscheinlich durch die Bank 4:4:4-Chroma-Subsampling, denn in den FAQ heißt es (Quelle):

Nutzen Sie einen Samsung UHD- bzw. SUHD-Fernseher, werden folgende Modi zusätzlich unterstützt:
– UHD 3840 x 2160p (24 / 25 / 30 / 50 / 60 Hz (inkl. 4:4:4, 4:2:2 bei aktivierter UHD-Color Funktion))
– 4K 4096 x 2160p (24 / 25 / 30 / 50 / 60 Hz (inkl. 4:4:4, 4:2:2 bei aktivierter UHD-Color Funktion))

Bei den nachfolgenden Empfehlungen (4K Fernseher als Monitor und Full HD Fernseher als Monitor) wurde die Unterstützung von 4:4:4 nochmals mit dem Handbuch abgeglichen.

Liste 4K Fernseher als Monitor (mit @ 60 Hz @ 4:4:4)

Panasonic TX-40AXW634
Bildschirmdiagonale
40 Zoll
Monitor-Auflösung
4K
Bildwiederholfrequenz
n/a
Panel-Typ
LED
Reaktionszeit
n/a
Adaptive Sync
n/a
Letzte Aktualisierung: 11.12.2017 03:40 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Der Panasonic TX-40AXW634 ist ein guter 4K Fernseher als Monitor-Ersatz mit 4K @ 60 Hz @ 4:4:4 und Full HD @ 60 Hz @ 4:4:4.
Samsung UE40KU6079
Bildschirmdiagonale
40 Zoll
Monitor-Auflösung
4K
Bildwiederholfrequenz
n/a
Panel-Typ
LED
Reaktionszeit
n/a
Adaptive Sync
n/a
Letzte Aktualisierung: 10.12.2017 20:00 Uhr, Änderungen / Irrtümer möglich, ggf. zzgl. Versandkosten.
Der Samsung Samsung UE40KU6079 ist ein günstiger 4K Fernseher, der ebenfalls mit 4K @ 60 Hz @ 4:4:4 unterstützt.

Fazit Fernseher statt Monitor

Die Zeiten, in denen ein Fernseher am PC angeschlossen nur für flimmerndes, unscharfes Bild gut ist, sind längst vorbei.

Beachtet man drei Kriterien für einen guten TV als Monitor-Ersatz (Bildschirmdiagonale ca. 40″, HDMI 2.0 und 4:4:4 Chroma-Subsampling), ist ein Fernseher durchaus als Monitor geeignet.

Gerade ein günstiger 4K TV außerdem günstiger als ein großer Monitor.

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